

Von Thorsten Heinke
Die Sensation war zum Greifen nahe, Trainer Michael Schorlemer sah seine Mannschaft 60 Minuten auf Augenhöhe, doch am Ende platzten fast alle (Meister)-Träume.Trotz der bitteren 27:29 (14:14)-Niederlage beim Tabellenführer HTV Sundwig/Westig wollte niemand im Lager des Handball-Landesligisten VfS Warstein die Saison vorzeitig abhaken. Auch Michael Schorlemer nicht: „Wir geben die Saison jetzt mit Sicherheit nicht auf. Auch bei fünf Punkten Rückstand, die es mittlerweile sind, nicht. Wir gucken weiter nur von Spiel zu Spiel. Vielleicht geht es ja am letzten Spieltag, wenn Sundwig/Westig dann bei uns zu Gast ist, noch darum, wer Meister wird. Das wäre doch eine schöne Konstellation, wenn wir die Meisterfrage dann mit entscheiden könnten.“
Schorlemer und seine Mannschaft mussten die Niederlage im Grohe Forum in Hemer aber zunächst einmal sacken lassen, um anschließend wieder den Blick nach vorne richten zu können. Denn die Niederlage kam unter äußerst unglücklichen Umständen zustande. Unglücklich deshalb, weil die Warsteiner über weite Strecken dem selbst ernannten Aufstiegsfavoriten in jeder Phase der Partie Paroli boten, zum anderen, weil die Gäste die letzten vier Minuten dem Sundwiger Angriffswirbel in Unterzahl stand halten mussten, nachdem Björn Manderfeld mit einer Doppel-Zeitstrafe vom Schiedsrichtergespann Schaden/Stoppelkamp (Sundern) auf die Bank verbannt wurde. Darin sah VfS-Coach Michael Schorlemer nachher die Schlüsselszene des gesamten Spiels: „Es war ein tolles Spiel, was die Zuschauer zu sehen bekommen haben. Leider haben die Schiedsrichter es mit entschieden. Bei vier Minuten Unterzahl hast du am Ende keine Chance.“
Vor dieser strittigen, und vielleicht auch spielentscheidenden Szene, wurde zunächst Sundwigs Serafin wegen groben Foulspiels vorzeitig zum Duschen geschickt (48.), ehe es vier Minuten später auch Warsteins Torhüter Michael Hölter erwischte, der beim Herauslaufen den berühmten Tick zu spät kam und Sundwigs Köck nur durch ein Foul bremsen konnte.
Schorlemer nahm seinen jungen Schlussmann nachher aber in Schutz: „Solche Dinge passieren im Eifer des Gefechtes nun einmal. Da mache ich ihm keinen großen Vorwurf.“
Zwar konnte Lars Schorlemer (in Unterzahl) noch einmal zum 27:27 ausgleichen, doch Julius Schulte mit einem Hammer aus dem Rückraum und der wunderbar freigespielte Daniel Meisterjahn von Rechtsaußen besiegelten mit ihren Treffern zum 29:27 das Schicksal des VfS.
Schorlemer: „Wir standen kurz vor der Sensation. Ich habe uns nicht schlechter gesehen. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht.“



