

Von Michael Schütz
Es wurde das große Handball-Fest: Beim Gastspiel des Handball-Bundesligisten TBV Lemgo bei Landesliga-Vertreter VfS Warstein gab es nur Gewinner, obwohl die Ostwestfalen die einseitige Partie vor rund 500 Zuschauern klar mit 48:26 (24:11) für sich entschieden.Die sympathischen Gäste um Sport-Geschäftsführer Volker Zerbe und die Weltmeister Florian Kehrmann und Sebastian Preiß taten alles, um das Publikum in der ausverkauften Dreifachturnhalle am Schwarzen Weg zu begeistern. Sie zeigten den fast 500 Fans feinsten Tempohandball (allen voran Linksaußen Jens Bechtloff), kaum Körperkontakt und ließen ab zu und die Warsteiner auch einmal gewähren.
Boban Ristovic bester Warsteiner Werfer
Boban Ristovic, der beste Warsteiner, traf elfmal. Auch die Gewaltwürfe von Kapitän Benedikt Furmaniak fanden mehrmals ihr Ziel. Und der Höhepunkt aus VfS-Sicht: Reservespieler Matthias Sellmann erzielte nach langem Hölter-Abwurf seinen zweiten Treffer und wurde dafür frenetisch gefeiert.
Apropos Hölter: Der baumlange VfS-Zerberus zeigte wieder eine sehr starke Leistung und präsentierte sich einem Bundesliga-Macher wie Zerbe. Hölter entschärfte Würfe der Weltmeister Kehrmann und Preiß sowie des besten Lemgoers Jens Bechtloff. „Ich werde erst einmal weiter in Warstein spielen“, betonte Hölter nach der Partie. Er blickt schon auf die nächste Saison und die noch brisanteren Derbys gegen Arnsberg: „Ich habe Heinz Thomanek eine SMS geschrieben, dass ich mich schon auf die Duelle freue.“ Der langjährige Warsteiner Trainer war auch gestern Abend in der Halle und wurde von seinen alten Warsteiner Weggefährten freudig begrüßt.
Zwölf Tore weniger kassiert als vor zwei Jahren
Beim letzten Gastspiel vor zwei Jahren hatte der zweimalige deutsche Meister noch 60:25 gewonnen. Diesmal war der TBV gnädiger gestimmt und warf zwölf Tore weniger. Nicht nur deshalb war Warsteins Trainer Michael Schorlemer mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden: „Es war eine gelungene Veranstaltung. Ich wollte allen Jungs Spielanteile gaben, das hat geklappt. Im Prinzip war es o.k. Natürlich wären wir mit Lars im Angriff besser gewesen.“ Der Trainersohn fehlte wegen einer Klausur, die er am heutigen Donnerstag an seinem Studienort Karlsruhe schreiben muss. Michael Schorlemer ergänzte noch: „Unser größtes Problem war die Passqualität, weil wir sonst nie mit Harz spielen.“
Doch die vielen technischen Fehler der Warsteiner taten der Stimmung in der Halle keinen Abbruch. Alleine die Aktionen des wieselflinken Jens Bechtloff oder die Kunstwürfe von Weltmeister Florian Kehrmann waren das Eintrittsgeld wert. Kehrmann stibitze den Warsteinern sogar den Ball beim Anwurf aus den Händen. Zudem erfüllten die Lemgoer alle Autogramm- und Fotowünsche. Bundesliga-Spieler zum Anfassen eben.
Sven Mühlenschulte Neuzugang aus Ostfriesland
Bei den Warsteinern spielte gestern schon ein Neuzugang für die nächste Saison mit. Der lange Sven Mühlenschulte (23) spielte zuletzt beim ostfriesischen Landesligisten HSG Friedeburg-Burhafe. „Ich studiere drei Jahre in Meschede und trainiere beim VfS schon mit“, sagte Mühlenschulte. Gleich in seinem ersten Spiel im Warsteiner Trikot ging es gegen einen Bundesligisten. Einen Treffer erzielte Mühlenschulte gegen Lemgo. Der Anfang ist gemacht.



