

Von Thorsten Heinke
Der VfS als Serien-Killer zum Ende des Jahres: Mit der zweiten Punkteteilung in Folge (acht Tage nach dem 24:24 zu Hause gegen Schwelm) können Warsteins Landesliga-Handballer einigermaßen beruhigt Weihnachten feiern.Das 30:30 (17:17) bei der HSG Schwerte/Westhofen war nicht nur der erste Punktverlust des Gastgebers in eigener Halle in dieser Saison, sondern auch die „Geburt“ eines neuen Torwart-Titans - mit dem Namen Michael Hölter.
Der baumlange, schlaksige Keeper des VfS wuchs gestern Abend in der Sporthalle des Friedrich-Bährens-Gymnasiums über sich hinaus und holte sich am Ende ein Riesenlob von seinem Trainer ab: „Michi war ein großartiger Rückhalt. Scherzhaft könnte man jetzt formulieren: Nicht Hölter, sondern Hält er. Der Junge ist voll bei der Sache“, war für Coach Michael Schorlemer sein Schlussmann einer der Garanten für die Punkteteilung bei der heimstarken HSG.
Neben Hölter glänzten aber noch zwei andere Warsteiner, was nicht unbedingt so überraschend ist: Boban Ristovic und Lars Schorlemer trieben das Spiel der Gäste immer wieder an, hatten nicht nur ein gutes Auge für ihre Nebenleute, sondern strahlten auch selber in jeder Aktion Torgefahr aus. Zusammen kamen beide am Ende auf 19 Treffer - und damit weit über die Hälfte aller Warsteiner Tore.
Dabei hielten sich Ristovic und Schorlemer, wie auch der Rest des VfS, zu Beginn der Partie noch vornehm zurück, was Trainer Michael Schorlemer zu einer frühen Auszeit animierte. Schorlemer: „In der Anfangsphase haben wir nicht das gemacht, was wir vorher besprochen hatten. Da musste ich so früh reagieren.“
Das Time-Out (beim Stande von 3:5 aus Warsteiner Sicht) wirkte für die Gäste wie eine Erlösung. Auch Schorlemer erkannte richtig: „Danach lief es deutlich runder und unsere Aktionen wurden zielstrebiger.“
So erarbeitete sich Warstein gegen Ende des ersten Durchgangs einmal eine Drei-Tore- und einmal eine Zwei-Tore-Führung, die aber nicht ins Ziel gerettet werden konnte.
Ähnlicher Spielverlauf auch nach dem Seitenwechsel. Warstein lag dank zweier Schorlemer-Treffer gleich zu Beginn mit 19:17 vorne, doch Schwerte schlug dank des bärenstarken Alexandr Denissov eiskalt zurück (22:20). Es entwickelte sich nun eine höchst interessante Partie, die bis zum Ende auf Messers Schneide stand. Lars Schorlemer glich drei Minuten vor Schluss zum 28:28 aus, auf der Gegenseite traf Timm Höntsch zum 29:28. 17 Sekunden vor der Schlusssirene (30:30) bekamen die Gastgeber noch einmal einen Freiwurf zugesprochen.
Michael Schorlemer: „Ich dachte, dass Schwerte auch bei der letzten Aktion noch einmal über Denissov geht, deshalb habe ich ihn kurz nehmen lassen, was sich im Nachhinein als richtig herausgestellt hat.“ So konnte Teufelskerl Michael Hölter den letzten Wurf von Paukstadt mühelos parieren. Es blieb beim Unentschieden, womit auch HSG-Coach Niclas Kohl am Ende leben konnte: „Ich denke, die Zuschauer haben ein interessantes und spannendes Spiel gesehen. Ich hadere ein wenig mit unserer Chancenverwertung. Vier, fünf klare Dinger haben wir nicht im Warsteiner Tor unterbringen können, auch weil der Torwart in diesen Situationen sehr gut gehalten hat.“
VfS Warstein: Hölter, Petig (n.e.); Mues (5), Gericke (3) Schorlemer (11), Ristovic (8), Aslan, Litz, Furmaniak (2), Nagel (1), Manderfeld, Grunwald.



