

Von Bernd Grossmann
Warsteiner Handballspiele im Dezember sind nichts für Herzkranke: Nach dem Zittersieg in Dortmund und dem Remis gegen den Landesliga-Tabellenzweiten aus Schwelm entführte der VfS gestern Abend bei der daheim bislang verlustpunktfreien HSG Schwerte/Westhofen mit 30:30 (17:17) verdientermaßen einen Punkt und festigte damit seinen vierten Rang.Landesliga 4: HSG Schwerte/Westhofen – VfS 59 Warstein 30:30 (17:17). Die 30 mitgereisten Warsteiner Fans feierten insbesondere ihren Torhüter Michael Hölter, denn der Youngster bot wie schon in Aplerbeck eine herausragende Leistung, machte so manchen freien Wurf insbesondere der dynamischen Schwerter Rückraumkräfte Höntsch und Paukstadt zunichte. Aber auch seine Vorderleute legten sich gegen den besten Angriff der Liga, der daheim als Minusrekord 37 erzielte Tore zu Buche stehen hatte, mächtig ins Zeug.
Trainer Michael Schorlemer hatte mit Lino Gericke auf Linksaußen eröffnet – ein Schachzug, der gleich zündete, denn Gericke sorgte per Doppelschlag für das 1:3. (5.).
Sechs Minuten und vier Gegentore in Serie später legte der Coach jedoch die Grüne Karte auf den Tisch und polterte: „Was spielt ihr hier? Das kann nicht sein.“ Dann ließ er seine Schützlinge untereinander besprechen, wie es weitergehen soll. Sein Sohn Lars übernahm sofort Verantwortung und besorgte den Ausgleich. Überhaupt schien sich der VfS, an den stark geharzten Ball gewöhnt zu haben, setzte mit zwei Unterzahltoren durch Schorlemer und Nagel zum 8:9 weitere Nadelstiche. Als Gericke, der inzwischen über halblinks in die Mitte gerückt war, das 9:12 (21.) markiert hatte, stand erstmals ein größerer Vorsprung auf der Habenseite.
Doch eine Tempomannschaft wie Schwerte ist jederzeit in der Lage, in kürzester Zeit heranzukommen. So glich Nickolay mit frechem Heber gegen den langen Hölter zum 15:15 aus, stand auch zur Pause ein Unentschieden auf der Anzeigetafel.
Durchgang zwei eröffnete wieder der VfS mit einem Schorlemer-Doppelschlag, aber die HSG blieb völlig ungerührt, antwortete ihrerseits durch Höntsch, den neuen Rechtsaußen Alissa und Denissov mit für ihn typischem Dreher zum 22:20.
Es deutete sich ein ganz enger Spielverlauf an, in dem jeder Fehler ausschlaggebend sein konnte. Schorlemer scheiterte per Strafwurf an Emde, doch Hölter machte dies mit Glanztaten gegen Paukstadt und Nickolay (Gegenstoß) wieder wett.
Bei letztmaliger Überzahl – die guten Hagener Schiedsrichter kamen mit insgesamt sechs Zeitstrafen und nur vier Siebenmetern aus – sorgten der nun häufiger bediente Kreisläufer Mues und Schorlemer für das 24:25 (50.). Schwerte aber konterte, legte trotz numerischer Unterlegenheit wieder vor und gestattete den Warsteinern in der Endphase jeweils nur noch den Ausgleich, was auch am technischen Fehler von Gericke sowie einem abgepfiffenen Tor von Mues lag. Nachdem Ristovic, der trotz seiner Schulterbeschwerden neben Schorlemer im Angriff überragte, das 30:30 (58.) erzielt hatte, stellte die HSG mutig auf doppelte Manndeckung um. Pech für Gericke, dass sein Treffer wegen Stür-merfouls keine Anerkennung fand – eine ganze enge Entscheidung, der aber beim VfS kaum jemand nachtrauerte, denn die Ruhrstädter konnten aus ihrem letzten Angriff auch keinen Profit mehr ziehen, scheiterten letztlich durch Höntsch per direktem Freiwurf am VfS-Abwehrblock.



