

Von Thorsten Heinke
20 Sekunden vor Schluss – beim Stande von 24:24 – übernahm der Rückraumspieler des VfS Warstein im Spitzenspiel der Handball-Landesliga gegen Rote Erde Schwelm (zum wiederholten Male) Verantwortung, hämmerte den Ball mit der letzten Warsteiner Angriffsaktion des Spiels aber an den rechten Pfosten (aus Sicht des Schützen gesehen) des Schwelmer Gehäuses. 14 Sekunden waren danach noch zu spielen. Auszeit Schwelm! Doch VfS-Keeper Michael Hölter – auch er steigerte sich im zweiten Durchgang enorm – hielt den letzten Wurf der Gäste. Schlusssirene! 24:24!
VfS-Coach Michael Schorlemer brauchte danach einige Minuten, um das Geschehene zu verarbeiten. Er ging, wie ein Tiger in seinem Käfig, auf und ab, und stellte nach 60 nervenaufreibenden Minuten voller Dramatik und Hochspannung fest: „Zunächst einmal bin ich froh, dass wir nicht verloren haben, was ohne Zweifel in diesem Spiel möglich war.“ Schorlemer ergänzte: „Heute hat uns das Quäntchen Glück gefehlt, was wir letzte Woche in Dortmund hatten. Deshalb müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein.“
Bereits die Anfangsphase der Partie bot den Zuschauern in der Warsteiner Dreifachturnhalle höchste Unterhaltung. Schwelms Torwart-Oldie Volker von Oepen parierte in den ersten 20 Minuten unglaubliche drei Siebenmeter (2 von Schorlemer, einen von Gericke). Ein echter Teufelskerl! Auch Michael Schorlemer gab nachher zu, „dass seine Mannschaft gerade in der ersten Halbzeit zu viel Respekt vor von Oepen gezeigt habe“.
Dennoch konnten sich die Gastgeber Ende des ersten Durchgangs leicht absetzen und retteten zumindest einen knappen Vorsprung in die Pause (12:11).
Zu Beginn der zweiten Hälfte wachte dann nicht nur das Warsteiner Publikum auf, sondern vor allem Boban Ristovic und Torhüter Michael Hölter. Ristovic und Schorlemer im Wechsel, schraubten das Ergebnis aus Warsteiner Sicht zehn Minuten vor Schluss auf 23:20 in die Höhe. Der VfS sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch zu früh gefreut! Nun taute auch Volker von Oepen, nach einem kurzen Durchhänger zu Beginn der zweiten Halbzeit, wieder auf, und hielt sein Team mit etlichen Glanzparaden im Spiel. Somit mussten sich beide Mannschaften am Ende mit einem Unentschieden, was durchaus leistungsgerecht war, zufrieden geben.
„Es war eine intensive Abwehrschlacht über 60 Minuten. Ich denke, wir haben unsere Krise überwunden. Michael Hölter hat sich richtig reingekämpft in dieses Spiel. Was Boban Ristovic kann, wissen wir“, fasste VfS-Coach Michael Schorlemer zusammen.
VfS Warstein: Hölter, Petig (n.e.); Furmaniak, Ristovic (9), Nagel, Gericke (2), Manderfeld (1), Sobkowiak, Litz, Schorlemer (8), Aslan, Mues (4), Bittern.



